Einstellung & Verträge

Besondere Vertragsformen in Luxemburg: Zeitarbeit, Berufsausbildung und CAE

Neben dem klassischen Arbeitsvertrag (CDI/CDD) sieht das Luxemburger Arbeitsrecht verschiedene besondere Vertragsformen vor: die Zeitarbeit über Leiharbeitsagenturen, den Berufsausbildungsvertrag sowie den Beihilfevertrag zur Eingliederung (CAE). Jede Form unterliegt spezifischen Bedingungen, Höchstdauern und Pflichten.

Thema: Einstellung & Verträge Quellen: Art. L.131-2 · L.131-3 · L.543-22 · Luxemburger Arbeitsgesetzbuch Aktualisiert: 10. Juni 2026

Zeitarbeit (Intérim)

Grundprinzip

Zeitarbeit besteht aus einem dreigliedrigen Verhältnis zwischen der Leiharbeitsagentur (Verleiher), dem Entleiherunternehmen (Nutzer) und dem Zeitarbeitnehmer. Die Agentur schließt mit dem Zeitarbeitnehmer einen Leiharbeitsvertrag ab, der dem Entleiher nach Art. L.131-2 zur Verfügung gestellt wird.

Zulässigkeit und Zulassung

Die Ausübung einer Zeitarbeitstätigkeit erfordert eine behördliche Zulassung des zuständigen Ministers:

  • Anfängliche Zulassung: für 12 Monate erteilt, verlängerbar.
  • Unbefristete Zulassung: nach einer bewährten Tätigkeit von mindestens 3 Jahren.
  • Die Agentur muss eine Sicherheitsleistung (garantie financière) stellen, um die Lohnforderungen der Zeitarbeitnehmer zu sichern.

Grenzüberschreitende Entsendung

Zeitarbeitnehmer, die in einem anderen Mitgliedstaat beschäftigt und nach Luxemburg entsandt werden, unterliegen den luxemburgischen Arbeitsbedingungen gemäß den Vorschriften über die Entsendung von Arbeitnehmern (Art. L.131-3).

Zeitarbeit darf nicht als dauerhafter Ersatz für einen Dauerarbeitsplatz genutzt werden. Wird ein Zeitarbeitnehmer in einer Weise eingesetzt, die einem fest angestellten Arbeitnehmer entspricht, riskiert das Entleiherunternehmen eine Umqualifizierung in einen unbefristeten Vertrag (CDI).

Berufsausbildungsvertrag (Contrat d'apprentissage)

Der Berufsausbildungsvertrag ist ein besonderer Vertrag, der eine duale Berufsausbildung kombiniert: praktisches Lernen im Betrieb und theoretischer Unterricht im Berufsbildungszentrum. Er unterliegt spezifischen Bedingungen hinsichtlich Schriftform, Ausbilderqualifikation und Kündigung.

Für eine vollständige Darstellung der Bedingungen, Pflichtklauseln, Probezeit und Schutzbestimmungen:

Beihilfevertrag zur Eingliederung (CAE)

Bedingungen und Zielgruppe

Der CAE richtet sich an Personen unter 30 Jahren, die beim ADEM mindestens 3 Monate als arbeitslos gemeldet sind (Art. L.543-1 ff.). Er wird im Rahmen eines dreigliedrigen Vertrags zwischen dem Arbeitgeber, dem Arbeitnehmer und dem Staat (vertreten durch ADEM) abgeschlossen.

Staatliche Erstattung

Der Arbeitgeber erhält eine staatliche Lohnkostenerstattung:

  • 50 % der Lohnkosten für Arbeitgeber des privaten Sektors.
  • 65 % für anerkannte gemeinnützige Organisationen des sozialen Sektors.

Kündigung

Die Kündigung eines CAE unterliegt besonderen Vorschriften gemäß Art. L.543-22:

Zeitpunkt Bedingungen
Innerhalb der ersten 6 Wochen Kündigung mit 8 Tagen Frist möglich, ohne ADEM-Zustimmung
Nach 6 Wochen Vorherige Zustimmung des ADEM erforderlich
Die staatliche Beihilfe wird zurückgefordert, wenn der Arbeitgeber den CAE vor Ablauf seiner vorgesehenen Dauer kündigt, ohne dass ein anerkannter berechtigter Grund vorliegt.

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